Mal wieder ein Fundstück was ich eigentlich nicht brauchte aber dann dennoch den Weg zu mir gefunden hat. Ein Apple PowerBook 190cs von 1995 inklusive Tasche, Netzteil, Diskettenlaufwerk und original Disketten.
Als ich das PowerBook 190cs auspackte, rechnete ich mit dem Schlimmsten. Die 90er Jahre waren schließlich nicht nur die Ära von Eurodance, sondern auch die Ära der auslaufenden Akkus und gebrechlicher Plastik. Und tatsächlich: Der Energiespeicher hatte sich bereits in eine chemische Gefahrenzone verwandelt. Nach einer erfolgreichen Evakuierungs-Operation ist das PowerBook nun dauerhaft ans Kabel gefesselt. Ein Notebook ohne Akku – oder wie ich es nenne: Ein Macintosh LC III mit mit integrierter Tastatur und Klappdeckel. Die Plastik des PowerBooks war in gutem Zustand, die Scharniere sind OK und keine Klappen aus der sehr anfälligen Plastik waren ab- noch angebrochen.
Das Erstaunliche: Gibt man den PowerBook Strom, begrüßt einen das vertraute ‚Chime‘ und das System 7.5.2 bootet in einer Geschwindigkeit von der Festplatte, die jedem modernen Windows PC beim Verarbeiten der neuesten Windows-Updates glatt die Schamröte ins Gesicht treiben würde…
Die Technischen Daten des PowerBook 190cs ist das was dieses Gerät so einzigartig macht. Nicht nur das es der letzte Vertreter von Motorola’s 68K Plattform war, sondern auch die von Apple vorgesehene Upgrademöglichkeit auf PowerPC.
💻 Prozessor & Architektur
- CPU: Motorola 68LC040 (ohne mathematischen Coprozessor / FPU)
- Taktfrequenz: 66MHz intern und 33 MHz extern => eigentlich nur „echte“ 33MHz
- 8KB 1st Level Cache
- Busbreite: 32-bit / 33 MHz
- Besonderheit: Letztes PowerBook-Modell mit einer 68k-CPU; Mainboard war logisch baugleich zum PowerBook 5300 (Upgrade auf PowerPC-Prozessor war per Board-Tausch möglich).
📺 Display & Grafik
- Bildschirm: 10,4 Zoll (ca. 26 cm) Farb Passivmatrix (Dual-Scan STN)
- Auflösung: 640 x 480 Pixel (VGA)
- Farbtiefe: 8-bit (256 Farben)
- Grafikchip: Apple Custom (integriert im Chipsatz)
💾 Speicher & Laufwerke
- Arbeitsspeicher (RAM): 4 MB oder 8 MB fest verlötet (erweiterbar via speziellem RAM-Modul auf maximal 36 MB oder 40 MB)
- Festplatte: 500 MB IDE-Festplatte (2,5 Zoll)
- Diskettenlaufwerk: 1.44 MB „SuperDrive“ (3,5 Zoll, auch DOS-Disketten)
🔌 Schnittstellen & Erweiterung
- PCMCIA: 2x Typ II oder 1x Typ III Steckplatz (ideal für CF-Karten-Adapter oder Netzwerkkarten)
- Seriell: 1x Kombi-Anschluss für Drucker oder Modem (GeoPort-kompatibel)
- SCSI – HDI-30 Anschluss
- Audio: 1x Mikrofon-Eingang, 1x Kopfhörer-Ausgang (16-bit Stereo), eingebauter Mono-Lautsprecher
- Infrarot: IRTalk (für drahtlose AppleTalk-Verbindungen)
- Video-Out: Optional über eine spezielle Erweiterungskarte im Inneren
🔋 Abmessungen, Gewicht & Stromversorgung
- Betriebssystem bei Auslieferung: System 7.5.2 (unterstützt bis Mac OS 8.1)
- Gewicht: Ca. 2,9 kg
- Abmessungen: 5,1 cm x 29,2 cm x 21,6 cm
- Akku (Original): Nickel-Metallhydrid (NiMH)
- Apple 45 Watt Netzteil M3747LL/CM3747LL/C
Installiert auf der 500MByte großen Festplatte ist MacOS 7.5.2 von 1995. Neben Claris Works ist noch Route 66 mit Europakarten vom Vorbesitzer installiert. Letzteres Funktioniert erstaunlich gut und auch sehr schnell, und das auf einem 68K Prozessor ohne mathematischen Coprozessor.
Die Tastatur ist ähnlich gut wie beim PowerBook 3400C und es lässt sich sehr angenehm tippen. Mit dem installierten Claris Work sind auch lange Texte und große Dokumente kein Problem.
Jetzt habe ich endlich ein „echtes“ 68K System um Software live auf original Hardware zu testen und nicht mehr auf Emulatoren wie Basilisk angewiesen zu sein. Also brauchte ich es doch!

