HP Jornada 680 Teil 1

November 10th, 2012 No Comments »

Vor der Welle der Tablets, Netbooks und Smartphones war die Welt der kleinen und portablen Computer(chen) sehr vielfältig. Es gab Palm Pilots, Palm Size PCs (die späteren Pocket PC) Handheld PCs und Handheld PCs Pro, sowie Tablet Computer mit Handheld Betriebssystemen. Einer der das Genre der Handheld PCs dominierte und es auch zu Grabe trug war der Hewlett Packard Jornada 680/690. Bevor der Vereinheitlichung der Prozessorstrukturen zu ARM war der Jornada ein Vertreter der SuperH Familie. Die Hitachi entwickelten 32Bit Prozessoren (der SH5/X ist 64Bit) für den embedded Bereich waren überall zu finden neben klassischen Spielekonsolen wie der Sega Saturn und Dreamcast, auch in Kaffeemaschinen, Navigationsgeräte, Autos, Unterhaltungs-elektronik und Mobilfunk. Der im Jornada 680/690 verwendeten SH3 war mit 133MHz getaktet und verfügte dank dem integrierten Speicherkontroller über ausreichend Leistung für Windows CE 2.11. Er war den MIPS Prozessoren in der Integerleistung jedoch unterlegen (Benchmark 133MHz SH3 – 271 131MHz MIPS – 415).

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Der HP Jornada 680

CPU Hitachi SH3 mit 133MHz
ROM/RAM 16/16MByte
Display 640×240, 16Bit mit 65.536 Farben, 6,5 Zoll CSTN Touchscreen mit Digitizer
Erweiterungs Slots PCMCIA II, CompactFlash Typ I
Schnittstellen seriell und IrDA mit 115kBit/s
Modem 56 kbit/s als Softmodem
Sound Mono-Lautsprecher, eingebautes Mikro mit Aufnahmetaste
Stromversorgung austauschbarer 7,2V Li-Ion Akku, Netzteilbuchse am Gerät und der Dockingstation, CR2032 als Backup
Maße 189×95 x34 mm
Gewicht ~510g
Das Modell 680e besitzt kein Modem und wurde meist ohne Dockingstation geliefert.

Der HP Jornada hat in etwa die Größe einer Videokassette und hat in etwa die selben Ausmaße wie der Atari Portfolio. Er wiegt mit seinen über 500g (mit Speicher und Erweiterungskarten natürlich mehr) recht viel, zu viel für die Jacken oder Hosentasche.

Neben Pocket Office mit Excel, Word, Access und PowerPoint im ROM ist Pocket Outlook ,der Pocket Internet Explorer, sowie verschiedene HP-Software für Backup und Wählverbindung sowie das damals sehr beliebte Faxprogramm BSQUARE bFax Pro 4.0 installiert.

Nach der Installation präsentiert sich der Jornada so:

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Software für Handeld PCs mit SH oder MIPS Prozessoren und Windows CE 2.xx ist mittlerweile schwer zu finden. Viele Webseiten die sich mit dem Thema befassten sind nicht mehr online, Webringe existieren nicht mehr. Nur einige Wenige Fans der kleinen Computer halten die Geräte am Leben. Die umfangreichste und beste deutsche Homepage hat Jürgen Rothberger, seit vielen Jahren die Anlaufstelle für Windows CE und Handheld PC Jünger!

Im nächsten Teil widme ich mich dem Hardwareausbau, ausgewählter Software und Wlan und Internet. Später folgt dann ein Tutorial zur Installation von Linux auf dem HP Jornada.

iomega HipZip

September 25th, 2012 No Comments »

Das Fundstück der Woche ist kein neues Mohammed Video auf Youtube, sondern einer meiner ersten MP3 Player – das iomega HipZip mit Pocket Zip Medien.

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Der MP3 Player von iomega kam zur einer Zeit auf den Markt als sich das MP3 Format als gängigstes digitales Medium mauserte und die Abspielgeräte mit und für Flashspeicher sehr teuer waren. Es gab vereinzelt günstige Player von Hexaglot (für CF Karten und MMC Karten) und anderen Herstellern, jedoch waren die Preise für die Medien im Bezug auf Speicherplatz extrem hoch. Die CD Player mit MP3 Abspielfunktion litten vor allem an der fehlenden Kompatibilität und den miesen Shockwerten.

Der damalige Vorteil des HipZip war die Wahl des Speichermediums. Die iomega clik! oder später PocketZip genannte Disc, war eine Miniausgabe von iomegas Zipdiskette mit einer Kapazität von 40MByte. Wie bei den Wechselfestplatten des Herstellern wurden die Daten auf einer rotierenden Magnetscheibe gespeichert. Der Preis lag damals bei moderaten 80 DM für vier der 16 Gramm schweren und 5cm großen Disketten.

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Technische Daten:

Kapazität: 40 MByte
Zugriffszeit: 38 ms
Datentransferrate bis 600 kByte/s
Umdrehungszahl: 2941 UPM
Formatierungszeit kurz: 10s
Formatierungszeit lang: 5 Minuten
Anlaufzeit: ca.  3 Sekunden

Per USB Anschluss konnte man das HipZip mit Musik befüllen. Die 40MByte waren zur damaligen Zeit sehr üppig im Vergleich zu anderen MP3 Playern. Bei Windows meldete sich der Player als PocketZip Laufwerk an. Neben dem Player gab es noch PCMCIA Adapter um die Pocket Zip Disketten zu nutzen. Im HipZip arbeitet nichts weiter als ein solches Laufwerk.

Das griffige, gummierte Gehäuse, welches sehr gut in der Hand liegt und auch von der Größe her sehr angenehm ist, hob sich der Player von der Konkurrenz ab. Das Display ist Vollgrafisch mit Hintergrundbeleuchtung und die Menüführung sehr einfach gehalten. Das Betriebssystem basierte auf Daddio OS von Iobjects. Man konnte Playlisten verwalten und ID3 Tags anzeigen, sowie einen Equalizer mit mehreren Voreinstellungen. Mit dem integrierten Lithiumionen Akku konnte man bis zu 12h Musikhören, die Disketten rotierten dabei nur selten, da die MP3s zwischengespeichert wurden.

Linke Seite, Netzteil- , Kopfhörer- und USB Anschluss, Holdschalter

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Rechte Seite, Menü und Auswahltasten.

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Die filigranen Laufwerke waren auch die größte Schwachstelle des Players. Nicht selten quittierte das Laufwerk seinen Dienst und versagte beim Lesen der Disketten. Dies war auch ein Grund den Namen in Pocket Zip zu ändern, da gelästert wurde der Name clik kommt vom klickenden Geräusch des defekten Laufwerks.

Mein HipZip ist da keine Ausnahme. Da ich das gesamte Zubehör noch habe, werde ich mich nach einem PocketZip PCMCIA Laufwerk Ausschau und es gegen mein defektes Austauschen, dazu später mehr.

Hier ein kurzes Video vom defekten HipZip mit dem typischen klickenden Geräusch der PocketZip.

Iomega HipZip

TeLMi

Januar 15th, 2012 No Comments »

Als wahres Fundstück der Woche kann ich meinen alten TeLMi Pager bezeichnen. Zufällig ist mir der Pager aus dem Jahre 1997 wieder in die Hände gefallen.

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Ein Relikt aus der Zeit vor SMS, MMS und Smartphones, als die mobile Kommunikation sowie das Internet noch in den Kinderschuhen steckte. Der Pager wurde von Motorola produziert und in verschiedenen “Geschmacksrichtungen” geliefert. TeLMi Joy, Fun und Family in verschiedenen Farben. Der TeLMi Joy war dabei das Einsteigergerät.

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Was konnte man mit dem Pager anfangen?

Über eine eigene Nummer war der Pager in einer Zone (meist die Bundesländer) erreichbar, entweder per Textnachrichten direkt aufs Display oder als Sprachboxnachricht.  Das TeLMi Pagernetz wurde von der Deutschen Funkruf GmbH betrieben und endgültig am 3. Januar 2002 eingestellt. Am Ende gab es noch einen Versuch das System wiederzubeleben mit Funktionen für junge Leute, mein Pager war ab Sommer 2000 in der Schublade verschwunden. Kosten fielen nur für den Anrufer an, und diese nicht zu knapp. Eine Nachricht kostete 2,40 DM, eine Sprachnachricht mit maximal 60s Länge 0,72 DM. Die Nummern starteten mit der Vorwahl 0166, gefolgt von einer 8-Stelligen Teilnehmerkennung. Neben Wetter und Veranstaltungstipps konnte man sich Infos zu Börse und Wirtschaft auf den Pager senden lassen. Auch Terminerinnerungen konnte man für monatlich 4.- DM auf den Pager senden lassen. Genau das was man als Teenager so brauchte Zwinkerndes Smiley

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Konkurrenzprodukte gab es von der Telekom (T-SCALL und SKYPER) und Quix. Nur der TeLMi war ohne Grundgebühr und deshalb sehr beliebt bei Jugendlichen.

Hilfe bei den Mathehausaufgaben

November 25th, 2011 No Comments »

Ein vierjähriger Junge nahm das Motto der Polizei wörtlich und rief an um Hilfe bei seinen Matheaufgaben zu erhalten.

Hilfe bei den Mathematikhausaufgaben, mal anders Smiley mit geöffnetem Mund

Apple Powerbook 3400c

Oktober 17th, 2010 No Comments »

Das PowerBook 3400 war meine erste Ausflug in die Computerwelt abseits vom PC. Seit 10 Jahren habe ich das PowerBook nun und es funktioniert immer noch tadellos. Es ist das letzte der Oldworld Macintoshs, das heißt es ist noch mit einem Prozessor der pre G3 Ära ausgestattet.

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Die Technischen Spezifikationen im Überblick:

 specs_pb3400c-240 Bei dem hier beschriebenen PowerBook handelt es sich um die größte Ausbaustufe mit 240MHz Prozessor und 144MByte Arbeitsspeicher. Die original IDE Festplatte fasste 3GByte Daten und mitgeliefert wurde nur das 12xCD Laufwerk. Die zusätzlichen Floppy –und ZIP Laufwerke lassen sich schnell gegen das CDROM Laufwerk austauschen. Neben Kopfhörer und Mikrofoneingang (3,5mm) sind noch die vier Lautsprecher zu erwähnen, welche das 3400C für Soundanwendungen empfahl. Das Display zeigt auf 12 Zoll eine Auflösung von 800×600 Pixel bei 16Bit und stellt damit 65.536 Farben dar. Die Anschlüsse sind typisch für die alten Macs, neben ADB hat das PowerBook SCSI sowie eine Fast Infrarot Schnittstelle die Daten mit 1MBit übertragen kann. Zwei PCMCIA Steckplätze komplettieren die Ausstattung. Mit etwas Bastelarbeit sind die Steckplätze 32Bit fähig, da der Texas Instruments PCI1130 Controller dies kann, nur die Steckplätze das Einsetzen von Cardbus kompatiblen Karten verhindert. Mehr zu dem Thema und eine Übersicht über funktionierende USB 2.0 Hardware findet man hier.

Als Prozessor kommt IBMs PowerPC 603ev zum Einsatz. Der im 35µm Prozess gefertigte  G2 32Bit Prozessor verbraucht maximal 6Watt (bei 300MHz) und kam auch bei der ThinkPad 800 Serie zum Einsatz (siehe Monsterthinkpad IBM ThinkPad 860). Der Bustakt liegt bei 40MHz, neben 2x 16 KB L1-Cache hat der Prozessor noch 256KByte L2 Cache.

Die Tastatur ist gemessen an heutigen Standards gewöhnungsbedürftig, da der Anschlag alles andere als angenehm ist.

pb3400_keyAls original Betriebssystem kam MacOS 7.6.1 zum Einsatz, ich habe MacOS 8 dazubekommen was sehr flüssig läuft. Von Hause aus unterstützt das 3400c alles bis MacOS 9.1. Mit Hilfsprogrammen wie OS9Helper ist es möglich bis MacOS 9.2.2 zu installieren und mit xPostfacto kann man mit viel Mühe auch MacOS X zum laufen bringen. Spaß macht OS X aber auf dem 3400c nicht, es ist einfach zu langsam.

Für MacOS 9 Anwendungen ist das PowerBook 3400c also gerüstet und man kann erfreulich gut damit arbeiten, wenn man bedenkt das dieser Klassiker bereits 12 Jahre alt ist.

Mehr zu MacOS X und Hardwarehacks (Festplattentausch, USB, Cardbus) zum PowerBook 3400c folgen später, sobald ich meine Notizen von anno dazumal gefunden habe. Bei Fragen und Anregungen bitte das Kontaktformular benutzen.